Stellungnahme zur wiederholten Einstellung des Verfahrens um den Tod von Aman Alizada von der Initiative Aman Alizada

Wir sind nicht überrascht, dass das Verfahren gegen den Polizisten der Aman Alizada am 17. August 2019 mit fünf Schüssen ermordet hat, zum zweiten Mal eingestellt wurde. Für uns ist es ein weiteres Mal bezeichnend, wie die Staatsanwaltschaft Stade (erneut) nur aus der Perspektive des Täters und nicht aus der Perspektive von Aman den Tathergang erklärt. Der Anwalt des Bruders legte nun zum zweiten Mal Einspruch gegen die Einstellung des Verfahrenes ein.

Continue reading

Was ist am Wochenede los in Stade?

Es freut uns sehr, dass wir nicht die einzige Gruppierung sind, die am Wochenende zu Aktionen aufruft, um an Aman zu erinnern. In diesem Post wollen wir euch zwei andere Veranstaltungen vorstellen, die dieses Wochenende in Stade stattfinden und kurz unsere Kritik erläutern. Trotz aller Kritik halten wir alle Veranstaltungen für wichtig und wir freuen uns über jede einzelne!

Am Freiatg, den 21.08.2020 um 17:00, hat die BI Menschenwürde LK Stade geminsam mit Bündnis90/Die Grünen OV Buxtehude, attac Stade Buxtehude und Die Linke Landkreis Stade zu einer Gedenkkundgebung auf dem Pferdemarkt aufgerufen.

Der Aufruf kann hier gelesen werden

Wir finden es gut und wichtig dass solch eine Gedenkkundgebung stattfindet. Auch finden wir die von der BI Menschenwürde gennanten Punkte relevant und die Forderung angebracht.
Die Passage die am deutlichsten zeigt wo unsere Vorstellungen auseinandergehn ist die Folgende:

Der Fall muss von unabhängiger Seite untersucht und beurteilt werden. Alles andere würde das Vertrauen in Polizei, Staatsanwaltschaft, ja in unseren Staat und unser Rechtssystem schwer beschädigen.

 

Unser Vertrauen in die Polizei, die Staatsanwaltschaft, in den Staat und auch in das Rechtssystem sind längst schwer beschädigt.
Dabei geht es nicht nur um Todesfälle durch die Polizei, sondern auch um Racial Profiling, Waffen hortende Nazis innerhalb der Polizei und der Bundeswehr, Polizeigewalt (die häufig nichtweisse oder nicht deutsch sprechende Menschen trifft), Stammbaumrecherche und  AfD-nahe Staatsanwälte. Wir können regelmäßig in der Presse lesen, warum wir den staatlichen Institutionen im Kampf gegen Rassismus nicht trauen können und es kommen momentan fast täglich neue Berichte dazu.

Continue reading

“Rest In Peace Brother Janam Aman”

Folgende Nachricht hat Amans Bruder am 17.08.2020, dem ersten Todestag seines Bruders, verfasst:

Rest In peace brother Janam Aman
We will fight till the last breath for justice. We will make sure this crime will not continue and no one else becomes the victim. The perpetrator must be held accountable for his crime. A protest is organised by the Community Advocates in Stade, Germany and Human rights organisation against police violence. I sincerely thank each individual and groups for their unconditional support and for standing up with us in seeking justice and answer.

Continue reading

Stellungnahme des Plenums der Sauerkrautfabrik

Weder Freund*in – noch Helfer*in

Das ein Mensch in Polizeigewahrsam umkommt, ist leider kein Einzelfall, sondern katastrophaler Normalzustand in Deutschland. Wir solidarisieren uns mit Amans Angehörigen und Freund*innen und wünschen allen viel Kraft.
Was jetzt wichtig ist, dass wir unsere Trauer gemeinsam in Wut wandeln und dem Staat zeigen, dass es so nicht weitergehen wird. Jeder Schuss aus einer Waffe der deutschen Polizei ist ein Schuss zu viel.
Amans Fall wirft, wie viele andere Fälle auch, Fragen auf.

Continue reading

Demonstrationsaufruf zum 12.10.2019

Aman Alizada kam 2016 aus Afghanistan nach Deutschland um Schutz zu suchen, schließlich fand er hier den Tod, durch Kugeln aus der Dienstwaffe eines deutschen Polizisten.

Am Samstagabend, dem am 17. August 2019, wurde der 19-Jährige während eines Einsatzes in seiner Unterkunft im Stadtteil Bützfleth erschossen, nach dem er am Morgen dem Schützenumzug zugesehen und dem Ortsbürgermeister die Hand geschüttelt hat. Die Polizei wurde am Abend auf Grund eines Konfliktes von einem Bewohner der Unterkunft aus Angst um und vor ihren Freund Aman gerufen, der als traumarisiert galt. 
Einen Konflikt zu klären gehört normalerweise zu Routineeinsätzen der Polizei.

Als die Beamten mit zwei Streifenwagen eintrafen, da sie Aman bereits aus geringfügigen Verfahren kannten, war der 19-jährige nicht ansprechbar und reagierte nicht auf den folgenden Pfefferspray Einsatz der Polizei, welche dann zur Waffe griff.
Angeblich vielen die Schüsse als Reaktion auf einen Angriff Amans mit einer Kurzhantel, wobei an dieser Stelle kritisch zu hinterfragen ist ob ein tödlicher Schuss der einzige Weg war, den psychisch Erkrankten – der aufgrund des Pfeffersprayeinsatzes zu dem Zeitpunkt nahezu blind gewesen sein dürfte – von einem Angriff abzuhalten.
Laut Polizeibeamten handelte es sich bei den abgegebenen Schüssen um Notwehr, wobei es laut den Mitbewohnern des Betroffenen zum Zeitpunkt der Tat „keinen körperlichen Streit“ gegeben habe.
Die eintreffende Notärztin und ihr Team wurden von der Polizei knapp eine Stunde daran gehindert, Aman medizinisch versorgen zu können. Schließlich kam jede Hilfe für ihn zu spät.

Leider war dieser Fall nicht der erste und wahrscheinlich auch nicht der letzte Fall, in dem Geflüchtete Opfer des rassistischen Systems geworden sind. 
So erinnern wir uns beispielsweise an Oury Jalloh, der lebendig gefesselt in seiner Gefängniszelle verbrannt ist, Achidi John, der in Folge eines von der Polizei angeordneten Brechmitteleinsatzes verstorben ist und an Yaya Jabbi, der in Polizeigewahrsam Selbstmord begannen haben soll.
Todesfälle in Polizeigewahrsam sind keine Einzelfälle. Die schleppende und teils aktive Verhinderung von Aufklärung dieser Fälle lassen eine generelle Kontinuität erkennen.

Wir wollen am 05. Oktober demonstrieren gehen um unsere Trauer, Angst und die Wut auf die Straße zu bringen und unseren Gefühlen damit einen Ausdruck verleihen zu können. Wir wollen einen Raum für das Gedenken an Aman schaffen.
Das Geschehene darf nicht in Vergessenheit geraten und mit fälschlichen Zeitungsartikeln abgehakt sein.

Schließt euch uns an, kommt zahlreich und lasst das Geschehene nicht in Vergessenheit geraten.