In Gedenken an Aman Alizada und für die Rettung, den Schutz und Sicherheit aller bedrohten Menschen aus Afgahnistan

Seit zwei Jahren fordern wir Gerechtigkeit für den jungen Afghanen Aman Alizada der in Stade von der Polizei erschossen wurde. Wir, Freunde und Bekannte von Aman sowie Aktivist*innen, planen in diesem Jahr die dritte Demo.

Auch die letzten Jahre haben wir über die Situation von Geflüchteten aus Afghanistan und über Afghanistan selbst gesprochen. Dies ist aber wichtiger denn je! Jetzt gerade verlieren wir geliebte Menschen, die von den Taliban getötet werden.

Aber es sind nicht nur die Taliban verantwortlich für das Leid, sondern auch die Nato. Was bleibt nach 20 Jahren nach so einem Truppenabzug? Wozu die vielen Zivilen Opfer, welche auch die Nato zu verantworten hat? Warum herrscht immer noch Armut und Hunger in Afghanistan? Wer profitierte von den Hilfsgeldern und welche Kriegsherren profitierten von Bündnissen?
Die wenigen entstandenen demokratischen Ansätze und Erfolge für die Rechte der Frauen werden nun unter den Taliban wieder vollends verschwinden. Afghanistan blutet und durch den schnellen Abzug der Truppen wurde den Taliban der Weg frei gemacht.
Wir müssen handeln! Kommt zur Demonstration am 21.08 um 14 Uhr in Stade am Pferdemarkt.

Wir kämpfen für:

– Sofortige Evakuierung aller gefährdeten Menschen und Ortskräfte

– Sichere Fluchtwege

– Bleiberecht für alle Menschen aus Afghanistan

– Aufklärung der Schuld des Westens an der Situation in Afghanistan

01.10.2000 – 17.08.2019

Heute Gedenken wir Aman Alizada, dessen viel zu kurzes Leben am 17.08.2019 ein tragisches Ende fand.
Wir wollen uns bei allen bedanken die mit uns für mehr Gerechtigkeit und die Aufklärung von Polizeigewalt kämpfen. Kommt zur Demo und bringt euren Unmut auf die Straße!

Heute ist aber nicht nur ein trauriger Tag für alle, die Amans aufgeschlossene Art geschätzt haben. Ganz Afghanistan blutet und fordert viele Tote. Auch daürber darf in Deutschland nicht geschwiegen werden!

 

Redebeitrag von Amans Bruder Rahmat vom 22.08.2020

Hiermit wollen wir Rahmats Rede, die er anlässlich der Demonstration am 22.08.2020 aufgenommen hat, noch einmal mit euch teilen und allen Menschen zugänglich machen.

Hier findet ihr die Rede verschriftlicht als PDF.

 

Redebeitrag von Amans Bruder Rahmat vom 22.08.2020

Good afternoon everyone. My name is Rahmat. And I am the older brother of Aman who was killed in his refugee accommodation by a police officer last year.

His death should never have happened.

To begin, I would like to thank all of you for coming. In doing so, you are paying respect to my brother, and to others like him. Like me, you want change so that others don’t suffer the same fate.

I want to sincerely thank individuals, groups, organisations, community advocates, and refugee supporters who have worked tirelessly to organise today’s event. I want to thank media when it truthfully reported what happened on that fateful night. Thank you for helping to expose where wrong has been committed, particularly against vulnerable and innocent people.

It is not my place here to go into detail about what happened. I wasn’t there. But I believe I have the right, as we all do, to demand honest answers. And to expect a fully independent investigation

.I believe that my brother was killed by an indiscriminate abuse of force, committed on a vulnerable youth who was struggling to find his way in a new land that he’d come to love as his own. To my mind it was an over-reaction, an excessive use of force, a cowardly act, and a show of needless brutality in a perfectly harmless situation.

I can’t explain how many tears I’ve shed over my brother’s death, and how it has driven a sword into the heart of our little family, forcibly scattered across the world.

We are scattered because it is the only way we’ve known how to survive.

While I was in Germany visiting my brother’s grave, after burying him, I met others who also claimed they had suffered from needless police brutality. Today, I call on all of them, and other like them, to step forward and demand justice for the sake of all.

My brother Aman and I are from Afghanistan. We are Hazaras. For generations, the Hazaras have suffered racism, massacres, and abuse. Aman and I fled the Taliban into Pakistan before things became too dangerous there too, and this time it was the Pakistani Taliban that started attacking Hazaras.

I fled then to Australia, while I could, before my brother found his way to Germany, after first trying to sustain himself in Iran. As an asylum seeker he was happy in Germany. He was loved and supported.

 

One night I asked him about his visa. He laughed, and said to me, “Look brother, I live in this great country Germany. I feel safe. They give me the right to study and the right to work. Then, why I should worry about my visa? They will give me my visa sooner or later”.

Aman was a humble, loyal, kind, and respectful young man. His friends and teachers will tell you that too.

The night before he was killed, he said to me, “Brother, today I cleaned my room, washed my clothes, and I am going to be very busy because I got a job at Amazon, and on Monday I am going to work”. I was so happy for him. That was our last conversation. The next night, all his wishes, his dreams and his hopes were taken in a moment. If you can imagine this was your child, your brother or member of your family. That’s what it has been like for us.You would be devastated. You too would be heartbroken.

My heart burns for my brother Aman; my friend Aman.And I am left with these questions: Why? And, how could it have happened? I will fight for answers and for change.

Thank you for joining the fight. Thank you for your compassion.

Thank you for listening.

Pressemitteilung: Rund 150 Menschen fordern die Aufklärung des Todes von Aman Alizada

Anlässlich des zweiten Todestages Aman Alizadas, der durch fünf Schüsse aus der Waffe eines Stader Polizisten erschossen wurde, forderte die Initiative Aman Alizada eine lückenlose Aufklärung seines Todes. 
Am 15.06.2020 stellte die Staatsanwaltschaft Stade das Verfahren nahezu kommentarlos ein. Der Polizist habe in „glasklarer Notwehr“ gehandelt.

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Was ist am Wochenede los in Stade?

Es freut uns sehr, dass wir nicht die einzige Gruppierung sind, die am Wochenende zu Aktionen aufruft, um an Aman zu erinnern. In diesem Post wollen wir euch zwei andere Veranstaltungen vorstellen, die dieses Wochenende in Stade stattfinden und kurz unsere Kritik erläutern. Trotz aller Kritik halten wir alle Veranstaltungen für wichtig und wir freuen uns über jede einzelne!

Am Freiatg, den 21.08.2020 um 17:00, hat die BI Menschenwürde LK Stade geminsam mit Bündnis90/Die Grünen OV Buxtehude, attac Stade Buxtehude und Die Linke Landkreis Stade zu einer Gedenkkundgebung auf dem Pferdemarkt aufgerufen.

Der Aufruf kann hier gelesen werden

Wir finden es gut und wichtig dass solch eine Gedenkkundgebung stattfindet. Auch finden wir die von der BI Menschenwürde gennanten Punkte relevant und die Forderung angebracht.
Die Passage die am deutlichsten zeigt wo unsere Vorstellungen auseinandergehn ist die Folgende:

Der Fall muss von unabhängiger Seite untersucht und beurteilt werden. Alles andere würde das Vertrauen in Polizei, Staatsanwaltschaft, ja in unseren Staat und unser Rechtssystem schwer beschädigen.

 

Unser Vertrauen in die Polizei, die Staatsanwaltschaft, in den Staat und auch in das Rechtssystem sind längst schwer beschädigt.
Dabei geht es nicht nur um Todesfälle durch die Polizei, sondern auch um Racial Profiling, Waffen hortende Nazis innerhalb der Polizei und der Bundeswehr, Polizeigewalt (die häufig nichtweisse oder nicht deutsch sprechende Menschen trifft), Stammbaumrecherche und  AfD-nahe Staatsanwälte. Wir können regelmäßig in der Presse lesen, warum wir den staatlichen Institutionen im Kampf gegen Rassismus nicht trauen können und es kommen momentan fast täglich neue Berichte dazu.

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Demonstrationsaufruf zum 22.08.2020

Am 17.8.2019 wurde Aman Alizada in seiner Wohnung von einem Polizisten durch fünf Schüsse getötet.
Schnell kamen berechtigte Fragen auf, wie es dazu kommen konnte.
Schon damals wurde auf einer Gedenkdemonstration am 12. Oktober von Familie, Freunden sowie vielen entschlossenen Teilnehmer*innen eine umfassende Aufklärung des Falles gefordert. Nun hat die Staatsanwaltschaft am 15.06.2020 das Verfahren eingestellt, aus ihrer Sicht handelte es sich um „glasklare Notwehr“.

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