Pressemitteilung: Rund 150 Menschen fordern die Aufklärung des Todes von Aman Alizada

Anlässlich des zweiten Todestages Aman Alizadas, der durch fünf Schüsse aus der Waffe eines Stader Polizisten erschossen wurde, forderte die Initiative Aman Alizada eine lückenlose Aufklärung seines Todes. 
Am 15.06.2020 stellte die Staatsanwaltschaft Stade das Verfahren nahezu kommentarlos ein. Der Polizist habe in „glasklarer Notwehr“ gehandelt.

Mit Mund-Nasen-Schutz. ausreichend Abstand und lauten Sprechchören haben sich am vergangenen Samstag, dem 22.08.2020, in Stade rund 150 Demonstrationsteilnehmer*innen versammelt, um die lückenlose Aufklärung Alizadas Todes zu fordern.
 Dass das Verfahren dank des Urteils der Generalstaatsanwaltschaft Celle wieder aufgenommen werden muss, sei laut eines Redners „ein erster Erfolg, aber noch kein Grund zum Jubeln“.

Die Teilnehmenden haben dabei nicht nur durch ein entschlossenes Auftreten gezeigt, wie wenig sie von der Entscheidung der Staatsanwaltschaft Stade halten.
„Die Ermittlungen der Stader Staatsanwaltschaft sind ein Schlag ins Gesicht aller, die gegen Rassismus kämpfen“, sagte ein Redner der Initiative Aman Alizada.

In sehr emotionalen Worten richtete sich auch der Bruder des getöteten per Sprachaufnahme aus Australien an die Demonstrierenden. Aman sei mit Todesangst vor den Taliban aus Afghanistan geflüchtet und im „großartigen Deutschland“ sei er von der Polizei erschossen worden. Er dachte, sein Bruder habe eine Zukunft in Deutschland. „Und jetzt ist er tot.“ „Mein Herz ist erschüttert, ich denke jeden Tag an ihn.“

Freunde Amans richteten ihre Worte auch an die eingesetzten Polizeikräfte vor Ort. „Wir werden nicht mehr von den Taliban umgebracht, dafür jetzt von der Polizei. Wir haben Angst vor den Reichen aus Afghanistan und den Mächtigen in Deutschland. Wir haben viel Respekt vor dem deutschen Gesetz, aber in diesem Fall greift das Gesetzt nicht. Das ist nicht richtig“, sprach ein junger Redner.

Die Demonstration verlief friedlich, wurde aber von schätzungsweise rund 100 Einsatzkräften und drei Rettungswagen begleitet.
Gegen 19.33 wurde die Veranstaltung ohne besondere Vorkommnisse für beendet erklärt.